Strategie-Wiki

Was jede der 11 Strategien macht — verständlich erklärt.

Bollinger Breakout (Volatilität)

Das Gegenteil der Reversion: handelt den Ausbruch aus dem Band.

Volatilitäts-Breakout
Durchbricht der Kurs das obere Band, signalisiert das einen kräftigen Volatilitäts-Schub nach oben → Einstieg auf Fortsetzung. Ausstieg, wenn der Schwung abebbt und der Kurs zur Mittellinie zurückfällt. Optional auch Short-Ausbrüche.
📍 Signale
  • Long beim Ausbruch über das obere Band
  • Exit zurück an der Mittellinie (optional Short unter dem unteren Band)
🎯 Wofür geeignet

Phasen mit anziehender Volatilität / starken Bewegungen nach Konsolidierung.

⚙️ Parameter
period Fenster (Mittellinie/Bänder) Standard: 20
std Standardabweichungen für die Bänder Standard: 2.0
allow_short Auch Short-Ausbrüche handeln Standard: False
💡 Tipp: Funktioniert gut nach ruhigen, engen Bandbreiten ('Squeeze').

Bollinger Mean-Reversion

Kauft am unteren Volatilitätsband und nimmt an der Mittellinie Gewinn mit.

Mean-Reversion
Bollinger-Bänder legen ein Volatilitäts-Band um einen gleitenden Durchschnitt (Mittellinie ± Standardabweichungen). Fällt der Kurs unter das untere Band, ist er statistisch 'zu billig' → Einstieg. Ausstieg, sobald er zur Mittellinie zurückkehrt.
📍 Signale
  • Long, wenn der Kurs unter das untere Band fällt
  • Exit an der Mittellinie
🎯 Wofür geeignet

Range-Märkte mit konstanter Volatilität.

⚙️ Parameter
period Fenster (Mittellinie/Bänder) Standard: 20
std Standardabweichungen für die Bänder Standard: 2.0
💡 Tipp: Höhere 'std' (z.B. 2.5) = seltenere, extremere Einstiege.

Dip-Käufer (RSI im Aufwärtstrend)

Kauft Rücksetzer — aber nur, solange der übergeordnete Trend nach oben zeigt.

Mean-Reversion + Filter
Reine RSI-Reversion ist gefährlich (fängt fallende Messer). Diese Variante kauft RSI-Dips NUR, wenn der Kurs über dem 200er-Trend liegt — also Rücksetzer innerhalb eines Aufwärtstrends ('buy the dip'). Verkauft wird bei RSI-Stärke oder wenn der Trend bricht.
📍 Signale
  • Long: RSI überverkauft UND Kurs über 200er-Trend
  • Exit: RSI über Verkaufs-Schwelle oder Trendbruch
🎯 Wofür geeignet

Aufwärtstrends mit Rücksetzern. In Abwärtsphasen bleibt sie (richtigerweise) draußen.

⚙️ Parameter
rsi_period Standard: 14
oversold Kauf-Schwelle (RSI) Standard: 35.0
exit_rsi Verkaufs-Schwelle (RSI) Standard: 60.0
trend Aufwärtstrend-Filter (EMA) Standard: 200
💡 Tipp: Robuster als reine RSI-Reversion, weil sie nicht gegen den Trend kämpft.

Donchian Breakout (Turtle)

Die legendäre Turtle-Logik: kauft neue Hochs, steigt an neuen Tiefs aus.

Breakout (Turtle)
Der Donchian-Kanal ist das höchste Hoch und tiefste Tief der letzten N Kerzen. Schließt der Kurs über dem N-Perioden-Hoch, ist ein neuer Ausbruch da → Einstieg. Der Ausstieg nutzt ein kürzeres Fenster (M Kerzen) — fällt der Kurs unter dessen Tief, raus.
📍 Signale
  • Long beim Ausbruch über das Hoch der letzten N Kerzen
  • Exit am Tief der letzten M Kerzen (optional Short)
🎯 Wofür geeignet

Starke, anhaltende Trends. Verträgt Seitwärtsphasen schlechter (viele kleine Fehlsignale).

⚙️ Parameter
entry_period Ausbruchs-Fenster (Einstieg) Standard: 20
exit_period Fenster für den Ausstieg Standard: 10
allow_short Auch Short-Ausbrüche handeln Standard: False
💡 Tipp: Entry 20 / Exit 10 ist die klassische Turtle-Einstellung.

EMA-Crossover (Trend)

Reitet auf Trends: kauft, wenn die kurzfristige Tendenz die langfristige nach oben durchbricht.

Trendfolge
Zwei gleitende Durchschnitte (EMA) — ein schneller und ein langsamer. Der EMA gewichtet neue Kurse stärker, reagiert also flott. Kreuzt der schnelle EMA den langsamen von unten nach oben, beginnt meist ein Aufwärtstrend → Einstieg. Kreuzt er zurück nach unten, ist der Trend vorbei → Ausstieg.
📍 Signale
  • Long, wenn schneller EMA über langsamen kreuzt
  • Exit beim Gegenkreuz (optional Short, wenn aktiviert)
🎯 Wofür geeignet

Trendige Märkte mit klaren Auf-/Abwärtsphasen. Schwächer in Seitwärtsphasen (Fehlsignale).

⚙️ Parameter
fast Schnelle EMA-Periode Standard: 12
slow Langsame EMA-Periode Standard: 26
allow_short Auch Short-Einstiege erlauben Standard: False
💡 Tipp: Größerer Abstand fast↔slow = weniger, aber zuverlässigere Signale.

Keltner-Channel (ATR-Breakout)

Wie Bollinger-Breakout, aber das Band basiert auf ATR statt Standardabweichung.

Volatilitäts-Breakout (ATR)
Der Keltner-Channel ist eine EMA-Mittellinie mit einem ATR-Band darüber und darunter. Durchbricht der Kurs das obere Band, liegt ein volatiler Ausbruch nach oben vor → Einstieg. Ausstieg, sobald der Kurs zur EMA-Mittellinie zurückfällt. Das ATR-Band reagiert auf die echte Schwankungsbreite, nicht nur auf statistische Streuung.
📍 Signale
  • Long beim Ausbruch über das obere ATR-Band
  • Exit zurück an der EMA-Mittellinie (optional Short)
🎯 Wofür geeignet

Ausbrüche nach ruhigen Phasen; gut auf mittleren Zeitrahmen (1h/4h).

⚙️ Parameter
period EMA-/ATR-Periode Standard: 20
mult ATR-Multiplikator (Bandabstand) Standard: 2.0
allow_short Auch Short-Ausbrüche handeln Standard: False
💡 Tipp: Kleinerer Multiplikator = frühere, aber riskantere Einstiege.

MACD-Crossover (Momentum)

Misst die Beschleunigung des Trends und steigt ein, wenn das Momentum dreht.

Momentum
MACD = Differenz zweier EMAs, geglättet durch eine Signallinie. Kreuzt die MACD-Linie die Signallinie von unten, nimmt das Aufwärts-Momentum zu → Einstieg. Reagiert oft früher als reine Crossover-Strategien, dafür anfälliger in ruhigen Phasen.
📍 Signale
  • Long, wenn MACD-Linie über die Signallinie kreuzt
  • Exit beim Gegenkreuz (optional Short)
🎯 Wofür geeignet

Märkte mit Schwung; gut zum frühen Erkennen von Trendwechseln.

⚙️ Parameter
fast Schnelle EMA Standard: 12
slow Langsame EMA Standard: 26
signal Signallinie Standard: 9
allow_short Auch Short-Einstiege erlauben Standard: False
💡 Tipp: Standard 12/26/9 ist ein bewährter Startpunkt.

RSI Mean-Reversion

Kauft Übertreibungen nach unten — wettet auf die Rückkehr zum Mittel.

Mean-Reversion
Der RSI misst auf einer Skala von 0–100, wie stark zuletzt gekauft/verkauft wurde. Unter ~30 gilt der Markt als 'überverkauft' (zu stark gefallen) → Einstieg in Erwartung einer Erholung. Über ~70 ('überkauft') → Ausstieg. Gegenteil von Trendfolge.
📍 Signale
  • Long, wenn RSI unter die 'oversold'-Schwelle fällt
  • Exit, wenn RSI über die 'overbought'-Schwelle steigt
🎯 Wofür geeignet

Seitwärts-/Range-Märkte. Gefährlich in starken Abwärtstrends ('fallendes Messer').

⚙️ Parameter
rsi_period Standard: 14
oversold Standard: 30.0
overbought Standard: 70.0
💡 Tipp: In klaren Trends lieber Trendfolge nutzen — Reversion kämpft dann gegen den Markt.

SMA-Crossover (Golden/Death Cross)

Klassischer 'Golden/Death Cross' — ruhiger als EMA, weniger nervös.

Trendfolge
Wie EMA-Cross, aber mit einfachen gleitenden Durchschnitten (SMA), die alle Kurse gleich gewichten. Dadurch glatter und träger: weniger Fehlsignale, aber etwas späterer Ein- und Ausstieg. Der Aufwärtskreuz (z.B. 20 über 50) heißt 'Golden Cross'.
📍 Signale
  • Long beim Golden Cross (schneller SMA über langsamen)
  • Exit beim Death Cross (optional Short)
🎯 Wofür geeignet

Übergeordnete, ruhige Trends. Gut für höhere Zeitrahmen (4h, 1d).

⚙️ Parameter
fast Schnelle SMA-Periode Standard: 20
slow Langsame SMA-Periode Standard: 50
allow_short Auch Short-Einstiege erlauben Standard: False
💡 Tipp: Für langfristige Positionen 50/200 statt 20/50 testen.

Supertrend (ATR-Trend)

Ein mitlaufendes Trend-Band, das bei jedem Trendwechsel die Seite wechselt.

Trendfolge (ATR)
Supertrend legt anhand der Volatilität (ATR) ein Band um den Kurs. Solange der Kurs darüber bleibt, gilt Aufwärtstrend (grün); fällt er darunter, kippt das Band auf die andere Seite (Abwärtstrend). Der Wechsel ('Flip') von unten nach oben ist das Kaufsignal, der Flip nach unten der Ausstieg. Sehr beliebt, weil es nur ein klares Trend-Ja/Nein liefert.
📍 Signale
  • Long, wenn der Supertrend nach oben dreht (Flip)
  • Exit, wenn er nach unten dreht (optional Short)
🎯 Wofür geeignet

Klare, trendige Phasen. In Seitwärtsmärkten erzeugt es häufige Fehl-Flips.

⚙️ Parameter
atr_period ATR-Periode Standard: 10
multiplier ATR-Multiplikator (Bandabstand) Standard: 3.0
allow_short Auch Short-Einstiege erlauben Standard: False
💡 Tipp: Größerer Multiplikator (z.B. 3–4) = ruhiger, weniger Fehlsignale.

EMA-Trend mit Filter

EMA-Crossover, das nur in Richtung des großen Trends handelt — gegen Whipsaws.

Trendfolge + Filter
Wie EMA-Crossover, aber mit einem zusätzlichen Langfrist-Filter (200er-EMA): Long-Einstiege gibt es NUR, wenn der Kurs über diesem Trend liegt (= Aufwärtsmarkt). Sobald der Trend kippt oder die EMAs zurückkreuzen, wird verkauft. Das filtert viele der typischen Seitwärts-Fehlsignale heraus.
📍 Signale
  • Long: schnelle EMA kreuzt langsame nach oben UND Kurs über 200er-Trend
  • Exit: Gegenkreuz oder Kurs fällt unter den Trend
🎯 Wofür geeignet

Trendmärkte; reduziert Verluste in Seitwärtsphasen ggü. reinem EMA-Cross.

⚙️ Parameter
fast Schnelle EMA Standard: 12
slow Langsame EMA Standard: 26
trend Langfrist-Trendfilter (EMA) Standard: 200
💡 Tipp: Der Trend-Filter macht die Strategie geduldiger — weniger, aber sauberere Trades.